Das Ärztliche Zentrum für klassische Homöopathie ist umgezogen:
Sie finden uns nun unter "Zentrum für klassische Homöopathie Stuttgart-Calw":
Meranerweg
8
D - 75365 Calw
Tel : 07051/ 3471 Fax: 07051 / 70843
E - mail: HHUBERCALW@AOL.COM
Dort werden auch weiterhin Vorträge und Behandlung angeboten.
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Es folgt eine Studie aus der Zeit in der wir in Stuttgart behandelten:
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Die Effektivität der homöopathischen
Behandlung
im ÄRZTLICHEN ZENTRUM FÜR KLASSISCHE HOMöOPATHIE STUTTGART
Vaihingerstr. 39, 70567 Stuttgart - Möhringen
Ergebnisse einer Outcomes Studie
Die Homöopathie ist eine der am weitesten verbreiteten komplementären Therapieverfahren.
Die Akzeptanz und die Nachfrage nach dieser Behandlungsmethode steigt stetig.
Nach einer Studie der IKK 1993 wenden über 40 % aller Deutschen komplementäre
Therapieverfahren, wie die Homöopathie, an. Aber auch bei den Allgemeinärzten haben 1993
bereits 95 % komplementäre Therapieverfahren, wie die Homöopathie, angewendet (Himmel et
All 93).
Trotz dieser eindeutigen Entwicklung fehlt der Homöopathie im politischen Bereich, im
Bereich der Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung, als auch im
universitären Bereich noch die Anerkennung, die ihr gebührt. Dies kann damit
zusammenhängen, daß die Homöopathie zwar eine Erfahrung von 200 Jahren hat,
statistische Auswertungen und Effektivitäts- und Qualitätskontrollen jedoch in den
letzten Jahrzehnten durchaus unübliche Verfahren waren. Erst in den letzten Jahren
entstanden Überlegungen und Studien, die dieses Problem untersuchen (z.B. die Studie des
Institutes für Arbeits- und Sozialmedizin und Epidemiologie an der Universitätsklinik
Charité von Prof. Stefan N. Willich: Verlaufsbeobachtung bei Patienten in der
homöopathischen Praxis). Diese Studien sind mit einem hohen organisatorischen und
finanziellen Aufwand verbunden und sind leider noch nicht abgeschlossen.
In der täglichen homöopathischen Praxis entstand so das Bedürfnis nach einem weniger
aufwendigen Studiendesign, im Sinne einer Outcomes-Studie, die sowohl allgemeine Daten
über die Effektivität der homöopathischen Behandlung, als auch Daten zur
Qualitätssicherung in der betreffenden Praxis liefert.
Daher mußte ein Weg gefunden werden zwischen Optimierung der Aussagekraft und Machbarkeit
und Finanzierbarkeit in der Praxis. Kontrollierte, randomisierte Studien sind zwar sonst
Standard für die Anerkennung einer Behandlungsmethode, sind jedoch für eine solche
Betrachtungsweise aus methodischen und organisatorischen Gründen unsere Fragestellung
nicht einsetzbar (s. Homint News Letter 298 prospektive Dokumentation in der
homöopathischen Praxis, ein essentieller Beitrag zur Qualitätssicherung M. Heger)
Wichtig war uns die allgemeine Frage, welchen Beitrag die Homöopathie zur
Gesundheitsversorgung der Patienten leistet, mit der Qualitätssicherung in der speziellen
Praxis zu verbinden. Folgende spezielle Fragen sollten beantwortet werden:
1. Welchen Nutzen bringt den Patienten die homöopathische Behandlung?
2. Frage zur Lebensqualität
3. Die Patientenzufriedenheit
4. Wie lange bestanden die Beschwerden schon, bevor sie in homöopathische Behandlung
kamen ?
5. Welche Behandlungsmethode hat letztendlich die Besserung der Beschwerden bewirkt ?
6. Mit welchen Diagnosen kommen die Patienten vor allem ?
7. Wie ist die Effektivität der Behandlung am Beispiel eines Krankheitsbildes der
Neurodermitis ?
8. Welche Kosten verursacht die homöopathische Behandlung ?
9. Welche Strategien sind sinnvoll, um auf die homöopathische Behandlungsmöglichkeit
aufmerksam zu machen ?
Material und Methode
Die Studie wurde durchgeführt im Zentrum für klassische Homöopathie in Stuttgart.
Sie wurden dort von 6 Ärzten mit der Zusatzbezeichnung Homöopathie
behandelt.
Behandlungsmethodik ist die klassische Homöopathie mit homöopathischen Einzelmitteln.
Entweder mit Einzelgaben zwischen C oder 30 und der D 100 000 oder mit LM Potenzen in
aufsteigender Dosierung. Arzneimittel bis zur D 200 wurden von der DHU - Karlsruhe , die
höheren Potenzen von Schmidt - Nagel - Genf verwendet.
Die Behandlung erfolgt nach einem Erstgespräch mit einem Arbeitsaufwand im Schnitt von
ca. 2.5 Stunden, einschl. Auswertung eines ausführlichen Fragebogens,
Computer-Repertorisation ( Radar oder Mac - Repertory), EDV-gestützter Dokumentation
(Praxis-Pro), Videaufnahme Erstanamnese.
Die Folgekonsultationen erfolgen in der Regel in sechswöchigem Abstand.
Nur bei Einsatz von LM Potenzen oder sehr schwerwiegenden Erkrankungen sind kürzere
Intervalle ( 1 bis 2 wöchentlich ) erforderlich .
Ein- und Ausschlußkriterien:
In die Studie eingeschlossen wurden alle Patienten, die seit der Eröffnung des
Zentrums im Juni 97 bis März 98 behandelt wurden. Allen Patienten wurde ein
Kurzfragebogen mit 7 Fragen und Auswertungsmöglichkeiten zugesandt.Die Fragebögen wurden
im Juni 98 verschickt. Der Rücklauf bis Dezember 98 in die Studie aufgenommen, d.h. die
Beobachtungszeiten und der Behandlung liegen zwischen 3 und 18 Monaten.
Die Patienten wurden darauf hingewiesen, daß die Auswertung von einer Kollegin
vorgenommen wird, die nicht in die Behandlung integriert ist. Diese Kollegin übernahm
auch die telefonischen Rückfragen bei Nichteingehen des Fragebogens, als auch die
statistische Auswertung. Registriert wurden außerdem der Name des behandelnden Arztes,
die Diagnosen und ein freies Feld für Anregungen und Kritik der Patienten. Die Daten
wurden in eine File-Maker kompatible Datenbank (Claris Works) aufgenommen,
namensunabhängig codiert und ausgewertet.
Fragen an die Patienten :
1. Wie haben sich Ihre Hauptbeschwerden seit der homöopathischen Behandlung
verändert?
2. Wie hat sich Ihr Allgemeinbefinden seit der homöopathischen Behandlung verändert?
3. Wie sind Sie mit der homöopathischen Behandlung zufrieden?
4. Wie sind Sie mit der Organisation zufrieden?
5. Falls Ihre Beschwerden gebessert wurden, welche Methode hat die Besserung bewirkt?
6. Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?
Ergebnisse:
Angeschrieben wurden alle im Zentrum behandelnden Patienten von Juni 97 bis März 98.
Gesamtzahl: 170, Rücklauf : 157 (In Prozent 92 % )
Im Zentrum werden primär langdauernde chronische Erkrankungen behandelt. Die durchschnittliche
Erkrankungszeit vor der homöopathischen Behandlung lag bei 74 Monaten (ca. 6 Jahre).
Die Dauer der Vorbeschwerden wurde in 4 Gruppen eingeteilt 0 - 1 Jahr,
2 - 4 Jahre, 5 - 10 Jahre und mehr als 10 Jahre.
Dauer der Beschwerden vor der homöopathischen Behandlung
Dauer der Beschwerden 0 - 1 2- 4 5 - 10 mehr als 10 Jahre
in % 9 % 31% 35 % 17 %

0 - 1 Jahr 2 - 4 Jahre 5 - 10 Jahre mehr als 10 Jahr
Wie haben sich Ihre Beschwerden seit der homöopathischen Behandlung verändert ?

Wie hat sich Ihr Allgemeinbefinden verändert ?

Wie sind Sie mit der homöopathischen Behandlung zufrieden ?

Wie sind Sie mit der Organisation zufrieden ?

Auf die Frage : Welche Methode hat die Besserung bewirkt ?
- Homöopathie
- andere Behandlungsmethoden
- Änderung der Lebensumstände
kreuzten an: Homöopathie 75 %
änderung der Lebensumstände 18 %
andere Behandlungsmethoden 7%
Krankheitsbilder :
Welche Krankheitsbilder kommen auf häufigsten in die homöopathische Behandlung?
- Neurodermitis und allergische Erkrankungen 17 %
- Infektanfälligkeiten 13 %
- psychosomatischer Symptomenkomplex 8 %
Die besten Ergebnisse mit vollständiger Symptomfreiheit im Beobachtungszeitraum wurden
erzielt bei:
Neurodermitiden, Asthma bronchiale, Pollinose, Psoriasis, kindl. Epilepsie, Multiple
Sklerose assoziierte Parästhesie
Nachfolgend die behandelten Krankheitsbilder geordnet nach der Häufigkeit des
Auftretens.
Neurodermitis
Asthma bronchiale
Infektanfälligkeiten
Migräne
Psychosomatischer Symptomenkomplex
Schlafstörungen
kindliche Verhaltensstörungen
rezidivierende Harnwegsinfekte
Hypertonie
Colitis ulcerosa
M.Crohn
Psoriasis
Gynäkologische Erkrankungen
rez. Vaginalmycosen
Cyclusstörungen
Infertilität
rez. LWS Syndrom
CFS
Enuresis
Depressionen
Heuschnupfen
Urticaria
Neuralgien
Akne
primär chron. Rheuma
Tinnitus
rez. Histiocytom
Folgezustand nach Bilharziose
kindliche Epilepsie
bis hin zu Multipler Sklerose und
Carcinomerkrankungen


Kostenanalyse
Die Kosten für die homöopathische Behandlung belaufen sich auf:
- Erstgespräch, je nach Zeitaufwand, DM 400 - DM 600
(Zeitaufwand 2 - 3 Stunden)
- Folgekonsultation DM 50 - 150 DM
Zeitaufwand 15 bis 45 Minuten, Häufigkeit ca. alle 6 Wochen
- die Kosten für die Einzelmittelgaben liegen im Pfennigbereich und sind
somit vernachlässigbar und werden dem Patienten nicht berechnet. Bei
Anwendung von LM-Potenzen entstehen Arzneimittelkosten von ca.
DM 30,-- pro Monat.
- die Gesamtbehandlungskosten pro Jahr, einschließlich Erstanamnese,
liegen bei ca. DM 1.300, bei Behandlung mit LM Potenzen zusätzlich
noch DM 30 pro Monat. LM Potenzen werden in der Regel nur zu Beginn der homöopathischen
Behandlung eingesetzt.
Diskussion :
Bei Auswertung der Ergebnisse zeigt sich zunächst, daß in der homöopathischen
Privatpraxis vor allem Patienten mit langdauernden chronischen, teilweise schweren
Erkrankungen zur Behandlung kommen. Sie haben viele Therapieversuche in schulmedizinischen
und teilweise im alternativen Bereich durchgemacht, viele Kosten verursacht und zum Teil
selbst getragen und keine Besserung ihrer Beschwerden und ihres Allgemeinzustandes
erfahren.
Unter der homöopathischen Behandlung zeigen sich bei 65,9% der Patienten eine Besserung
ihrer Hauptbeschwerden. Da die Homöopathie ja nicht nur einzelne isolierte Symptome
behandelt, sondern immer die Gesamtheit der Symptome des Menschen im Auge hat, verbessern
sich parallel zu den Hauptbeschwerden auch viele andere kleinere Symptome und vor allem
das Allgemeinbefinden bei 70 % der Patienten. Dies zeigt sich in der Zufriedenheit mit der
homöopathischen Behandlung, wobei 75,3 % die homöopathische Behandlung als gut oder sehr
gut einstuften. Zufriedene Patienten bleiben in der Regel ihrem Arzt und der
Behandlungsmethodik treu, wechselten weniger und verursachen so weniger Kosten im
Gesundheitswesen. Dies zeigt sich auch in der Frage, welche Methodik die Besserung bewirkt
hat. Hier entscheiden sich 78 % klar dafür, daß die Homöopathie zur Besserung ihres
Allgemeinbefindens und Symptombefindens verursacht hat.
Die Fragen über die Zufriedenheit mit der Praxisorganisation sind, neben den
Qualitätskriterien der homöopathischen Behandlung wichtige Informationen, die die
Patientenbindung an die Praxis bedingen. Hier können Termin- und Zeitmanagement,
Erreichbarkeit usw. einfließen und auch gezielt verbessert werden.
Die Frage, wie sind sie auf uns aufmerksam geworden, kann entscheidend sein, für den
Einsatz der Kräfte für die Öffentlichkeitsarbeit. Hier wird klar, daß zwar Anzeigen
und Vorträge einen gewissen Bekanntheitsgrad schaffen können, jedoch der Hauptstrom der
Patienten von fast 70 % durch persönliche Empfehlung und Erfahrung geleitet wird.
Die Frage des Vergleiches dieser Ergebnisse mit einer Kontrollgruppe sind z.Zt. schwer
möglich, da die z.Zt. laufenden ähnlichen Studien noch nicht in der Auswertung sind und
andere vergleichbare Studien bisher in der Homöopathie nicht üblich waren.
Kontrollgruppen schulmedizinischer Praxen gegenüber zu stellen, macht wegen der großen
Heterogenität des Patienten und Diagnosekollektivs wenig Sinn.
Sinnvoll für die Zukunft könnte eine Gegenüberstellung spezieller Diagnosegruppen, wie
z.B. der Neurodermitis, unter homöopathischer und konservativ schulmedizinischer
Behandlung sein.
Da der Aufwand einer solchen praxisorientierten Studie überschaubar ist, planen wir nach
Ablauf eines weiteren Jahres wiederum sämtliche Patienten im gleichen Sinne zu befragen.
Hier könnten dann längere Zeit Beobachtungszeiträume und auch schon befragte Patienten
in der Langzeitbeobachtung verglichen werden.
Das bisherige Studiendesign berücksichtigt nur die Bewertung durch den Patienten, was
insbesondere bei schweren und prognostisch ungünstigen Erkrankungen das Ergebnis
verfälschen kann. In der täglichen, computergestützten Dokumentation haben wir eine
Arztbewertung mit eingeführt, die im nächsten Design mit berücksichtigt wird.
Ebenfalls wurde das Problem berücksichtigt, daß Patienten retrospektive Zeiträume
wesentlich schlechter beurteilen können als den aktuellen Gesundheitszustand, deshalb
bewertet der Patient bei jedem Follow-Up seine Hauptbeschwerden in einem Score von 1 - 10.
Die Daten werden dann in eine File-Maker-Datenbank direkt übertragen und sind für die
künftige Auswertung ebenfalls verfügbar.
Auch innerhalb der homöopathischen Behandlungsmethodik gibt es unterschiedliche Schulen
und Ansätze, von der unterschiedlichen Bewertung der niedrigen und hohen Potenzen bis hin
zu der unterschiedlichen Bewertung der Geist-Gemütssymptomatik und der körperlichen
Symptomatik, wie z.B. in der Masi-Schule im Vergleich zur Künzli-Schule. Jede Methodik
und Schule berichtet natürlich von ausgezeichneten Behandlungserfolgen. Im
schulmedizinischen Bereich wäre es hier aber auch sinnvoll und notwendig, die eigenen
Behandlungsergebnisse statistisch auszuwerten und offen zu diskutieren. In der
Homöopathie könnten so langfristig Indikation erstellt werden, bei welchen
Krankheitsbildern welche Methodik die besten Ergebnisse liefert.
Zusammenfassung
Statistische Aufarbeitung der Behandlungsergebnisse sind im Bereich der klassischen
Homöopathie so wichtig wie im schulmedizinischen Bereich. Outcomes Studien, mit
Berücksichtigung der Änderung der Intensität der Hauptbeschwerden, des
Allgemeinbefindens, der Patientenzufriedenheit, sind hierzu geeigneter, als randomisierte,
kontrollierte, evtl. sogar verblindete Studiendesigns. Im Zentrum für Klassische
Homöopathie Stuttgart wurden 154 Patienten befragt und ausgewertet. Dabei ergab sich eine
hohe Effektivität der homöopathischen Behandlung von 65,9%, gekoppelt mit einer
Verbesserung der Lebensqualität um 70 % und einer Patientenzufriedenheit von 75,3 %. Die
klassische homöopathische Behandlungsmethode erwies sich dabei als eine äußerst
effektive, kostengünstige Behandlungsmöglichkeit, vor allem bei langdauernden
chronischen Erkrankungen.
Schlüsselwörter:
Homöopathie, Outcomes-Studie, Patientenzufriedenheit, Lebensqualität,
Qualitätssicherung
Literatur:
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Jahrbuch der Karl und Veronica Carstens-Stiftung, Bd.4 (1997): 144-152. KVC Verlag Essen
1998
Huber Heinz, Gärtner Andreas, Renke Matthias, Kalchschmidt Hartmut
Ärztliches Zentrum für klassische Homöopathie März 99
Vaihingerstr. 39, 70567 Stuttgart
Tel:0711/7193301 Fax: / 7193320
70567 Stuttgart - Möhringen